Kernberg-Kurier

Informationsplattform des Ortsteilrats Jena Kernberge

Neuzeitliche Chronologie zur Trüpers Wiese

 

Die Nachbarn der Streuobstwiese – auch Trüpers Wiese genannt – bei der Sophienhöhe in Jena kümmern sich seit vielen Jahren in Eigeninitiative um den Erhalt dieses sehr wertvollen und auf der roten Liste der Biotope stehenden Landschaftsbestandteils. Außerdem ist sie ein beliebtes Ziel für Kinder aller Altersklassen aus dem Kernbergviertel zum Spielen, Rodeln und Skifahren.

Die Wiese – ca. 1,3 ha groß – drohte, weil sie seit ca. 1980 nicht mehr bewirtschaftet wurde, völlig zu verbuschen. Im Herbst 2002 waren ca. 50 fleißige Helfer aus der Umgebung zusammengekommen, um in einer Aktion an 2 Wochenenden das schon sehr hoch gewachsene Buschwerk zu beseitigen und die Wiese mit ausgeliehenen Motorbalkenmähern und Motorsensen mühevoll zu mähen. Das Mähgut füllte 5 Container von 10 m³, die durch die Firma Streicher unentgeltlich entsorgt wurden. Die Stadt Jena/Friedhofsverwaltung konnte überzeugt werden, das zusammengetragene Buschwerk zu häckseln und abzutransportieren.

Damit war der Grundstein für die Erhaltung der Streuobstwiese gelegt. Fördermittel des Umweltamtes ermöglichten außerdem das Pflanzen von 9 Hochstamm Apfelbäumen alter Sorten im Frühjahr 2003.

Auf Grund einer Nutzungsvereinbarung ab 2004 mit der Erbengemeinschaft Trüper und einem Vertrag mit dem Freistaat Thüringen, vertreten durch den Leiter des Staatlichen Umweltamtes Gera, über die Durchführung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Thüringen, wurde die Pflege auch bis 2008 durch die Anwohner weitergeführt.

Im unteren Teil an der Oberen Kernbergstraße wurden dann 3 Grundstücke zum Bau von Einfamilienhäusern herausgemessen.

Den Pflegevertrag der Wiese übernahm ab 2009 die Agrargenossenschaft Gleistal. Die Anwohner halfen weiter, durch Beschneiden der Bäume und Beseitigung von abgebrochenen Ästen die Streuobstwiese zu erhalten.

Im Rahmen des Bundesfreiwilligentages wurde vom Ortsteilrat Kernberge organisiert, dass am 26. September 2012 von bis zu 23 Freiwilligen auch mit Hilfe vom Kommunal Service Jena (KSJ) mehrere Container unrechtmäßig abgelagerter Bio- und Restmüll von der Wiese beseitigt werden konnten.

2013 wurden auf Veranlassung des Ortsteilrates Kernberge die 2 Bänke auf der Wiese durch die Stadt Jena erneuert.

Am 15. Mai 2014 schließlich haben ca. 15 Helfer aus der Nachbarschaft sich daran beteiligt, das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis) mit Hilfe von Unkrautstechern, geliehen vom Phyletischen Museum, zu beseitigen. Es hatte sich auf der Wiese ausgebreitet und ist eine sehr aggressive invasive Pflanze, die viele andere einheimische Pflanzenarten verdrängt.

Erfreulicher Weise hat die Erbengemeinschaft Trüper das Grundstück der Streuobstwiese in diesem Herbst 2014 der Bürgerstiftung Jena gestiftet. Die Bürgerstiftung bemüht sich seitdem, für die Streuobstwiese eine auf den Erhalt zielende Nutzung und Verbündete zu finden. Dazu sammelt sie Ideen für Konzepte. Dass die Wiese jetzt noch so schön aussieht, ist zum größten Teil den zahlreichen beteiligten engagierten Bürgern des Kernbergviertels zu verdanken.

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